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Ratgeber

Stromausfall: Was zuerst tun, bevor Sie anrufen?

Kein Licht im Flur, keine Steckdose reagiert: Bevor der Anruf ansteht, klärt ein kurzer Blick oft schon, ob die Ursache bei Ihnen liegt oder beim Netz davor.

Der Fernseher ist aus, der Kühlschrank still, im Flur bleibt es dunkel. Der erste Impuls ist der Griff zum Telefon — dabei lässt sich in wenigen Minuten oft schon selbst einordnen, woran es liegt.

Diese Einordnung entscheidet, an wen Sie sich überhaupt wenden sollten: Bei einer Netzstörung ist der Netzbetreiber zuständig, nicht der Elektriker. Nur wenn die Ursache tatsächlich in Ihrer eigenen Wohnung oder Ihrem Haus liegt, hilft ein Anruf bei uns weiter.

Kurz gesagt

Prüfen Sie zuerst, ob auch Nachbarn, das Treppenhaus oder die Straßenbeleuchtung betroffen sind. Ist das der Fall, liegt fast immer eine Netzstörung vor — dafür ist der Netzbetreiber zuständig, nicht der Elektriker. Bleibt es nur bei Ihnen dunkel, deutet das auf einen ausgelösten LS-Automaten (Sicherung) oder FI-Schalter (RCD) in der eigenen Hausinstallation hin.

Erster Blick: Sind auch andere betroffen?

Werfen Sie vor jedem weiteren Schritt einen Blick ins Treppenhaus oder aus dem Fenster. Brennt dort Licht, leuchten die Straßenlaternen, hat die Nachbarwohnung Strom? Ein kurzer Anruf bei einem Nachbarn klärt das oft schon in einer Minute. Sind auch andere Haushalte, das ganze Haus oder gleich die Straße ohne Strom, handelt es sich in aller Regel um eine Netzstörung — die Ursache liegt dann außerhalb Ihrer eigenen Anlage, beim Netzbetreiber.

Für diesen Fall ist nicht der Elektriker die richtige Adresse, sondern die Störungsnummer Ihres Netzbetreibers oder die bundesweite Rufnummer 115. Ein Anruf bei uns bringt hier keine schnellere Lösung, weil wir an der Ursache — dem Netz vor Ihrem Hausanschluss — nichts ändern können.

Wenn nur Ihre Wohnung betroffen ist

Sind Nachbarn und Treppenhaus dagegen ganz normal versorgt, liegt die Ursache mit hoher Wahrscheinlichkeit in der eigenen Hausinstallation. Der nächste Blick gehört dem Zählerschrank beziehungsweise Verteiler: Ist nur ein einzelner LS-Automat herausgesprungen, betrifft der Ausfall meist nur einen Stromkreis, etwa die Küche oder ein Zimmer. Ist stattdessen der Hauptschalter oder der FI-Schalter gefallen, kann auf einen Schlag die ganze Wohnung ohne Strom sein.

In dicht bebauten Gründerzeitvierteln wie Pieschen kommt eine dritte Möglichkeit hinzu: Läuft im Haus noch eine gemeinsame, alte Steigleitung, kann eine Störung dort mehrere Wohnungen gleichzeitig betreffen, obwohl es sich immer noch um die Hausinstallation und nicht um eine echte Netzstörung handelt. Auch das gehört zur Einordnung, bevor Sie zum Telefon greifen.

Brandgeruch, Schmoren oder Funken am Zähler?

Unabhängig von der Einordnung gilt eine Regel immer: Betroffenen Stromkreis stromlos schalten, nicht berühren und nicht wieder einschalten. Ist bereits Feuer sichtbar, wählen Sie zuerst die Feuerwehr unter 112.

Elbtalkessel-Gewitter: ein typischer saisonaler Auslöser

Dresdner Altstadt-Skyline von den Elbwiesen aus gesehen
Dresdens Lage im Elbtalkessel prägt auch das Sommerklima — und damit die Gewittersaison.

Dresden liegt zu großen Teilen im Elbtalkessel, einem Becken zwischen den Ausläufern von Osterzgebirge, Lausitzer Granitplatte und Elbsandsteingebirge. Diese Lage begünstigt in den Sommermonaten schwüle, stehende Luft, aus der sich rasch kräftige Wärmegewitter entwickeln können. Genau solche Gewitterlagen sind ein wiederkehrender, saisonaler Auslöser für kurzzeitige Netzunterbrechungen und für Spannungsspitzen, die einen FI-Schalter oder LS-Automaten auslösen lassen.

Fällt der Strom also während oder kurz nach einem Sommergewitter aus, ist eine Netzstörung naheliegend — ein Blick zu den Nachbarn bestätigt das meist. Bleibt es dagegen auch nach dem Gewitter nur bei Ihnen dunkel, spricht mehr für eine ausgelöste Sicherung oder einen beschädigten Automaten in der eigenen Anlage.

Kurz-Check vor dem Anruf

  1. Nachbarn, Treppenhaus oder Straßenbeleuchtung prüfen — betrifft es mehrere, ist der Netzbetreiber zuständig.
  2. Zählerschrank ansehen, ohne etwas zu öffnen: Ist ein einzelner LS-Automat oder der FI-Schalter herausgesprungen?
  3. Betroffene Geräte vom Stromkreis trennen, bevor irgendetwas wieder eingeschaltet wird.
  4. Bei wiederholtem Auslösen oder unklarer Ursache: die eigene Beobachtung kurz notieren, bevor Sie anrufen.

Was Sie selbst tun können — und was nicht

Einen einzelnen, abgekühlten LS-Automaten oder FI-Schalter einmal probeweise wieder einzuschalten, ist unproblematisch. Löst er sofort wieder aus oder lässt er sich gar nicht erst einschalten, deutet das auf einen bestehenden Fehler hin — dann sollten Sie es dabei belassen, statt es mehrfach zu versuchen.

Nicht mehr Ihre Aufgabe ist alles, was am Verteiler selbst, an der festen Verkabelung oder an einem 400-Volt-Anschluss ansetzt. Arbeit an ortsfesten elektrischen Anlagen ist nach NAV §13 der Elektrofachkraft vorbehalten — eigenmächtige Eingriffe am Zählerschrank können außerdem den Versicherungsschutz gefährden.

Lässt sich der Ausfall nicht eindeutig einer Netzstörung zuordnen oder löst derselbe Automat wiederholt aus, lohnt sich ein Anruf. Mehr zum Ablauf der Fehlersuche finden Sie auf unserer Seite Stromausfall Dresden; bei Brandgeruch, Schmoren oder Funken erreichen Sie uns über den Elektro-Notdienst Dresden.

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