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FI-Schalter oder Sicherung – wo liegt der Unterschied?
Im Volksmund heißt beides einfach „die Sicherung“ — dabei stecken im Verteiler zwei ganz unterschiedliche Bauteile: der LS-Automat und der FI-Schalter. Beide unterbrechen im Ernstfall denselben Stromkreis, aber aus völlig unterschiedlichen Gründen.
Das ist mehr als Begriffsklauberei. Wer weiß, welches der beiden Bauteile gerade ausgelöst hat, kann schon am Telefon genauer schildern, worum es geht — und versteht, warum manche Altbau-Verteiler bis heute ganz ohne FI-Schutz auskommen, während in modernen Wohnungsverteilern beide selbstverständlich nebeneinander sitzen.
Der LS-Automat (Leitungsschutzschalter) schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss. Der FI-Schalter (RCD) schützt Menschen vor Stromschlag, indem er bei Ableitstrom den Kreis trennt. Beide Aufgaben sind unterschiedlich, ein FI ersetzt keinen LS und umgekehrt — deshalb sitzen in jedem modernen Verteiler beide nebeneinander.
LS-Automat und FI-Schalter: zwei unterschiedliche Aufgaben
Beide Bauteile sitzen im selben Verteiler und können denselben Stromkreis unterbrechen — ihre eigentliche Aufgabe ist trotzdem grundverschieden.
- LS-Automat (Leitungsschutzschalter): schützt die Leitung selbst. Er löst aus, wenn zu viele Verbraucher gleichzeitig an einem Kreis hängen (Überlast) oder wenn irgendwo ein Kurzschluss entsteht — beides würde die Leitung sonst gefährlich erhitzen.
- FI-Schalter (RCD, Fehlerstrom-Schutzeinrichtung): schützt Menschen. Er vergleicht laufend, ob genauso viel Strom zurückfließt wie hinfließt. Fließt ein Teil an einer beschädigten Stelle ab, etwa über einen Körper, trennt er den Kreis automatisch.
Deshalb ersetzt keines der beiden Bauteile das andere: Ein LS-Automat kann geschlossen bleiben, während gleichzeitig ein gefährlicher Fehlerstrom fließt — genau diesen Fall erkennt nur der FI.
Woran Sie die beiden im Verteiler unterscheiden
Auf den ersten Blick sehen sich LS-Automat und FI-Schalter ähnlich, im Detail lassen sie sich aber gut auseinanderhalten.
- Der LS-Automat trägt eine aufgedruckte Zahl für seine Auslösestromstärke, häufig 16 A, mit einem Buchstaben davor für die Charakteristik (etwa B oder C).
- Der FI-Schalter hat eine eigene Prüftaste, meist mit „T“ gekennzeichnet — darüber lässt sich die Funktion von Zeit zu Zeit selbst testen.
- Ein FI sichert oft mehrere Kreise gemeinsam ab, zum Beispiel alle Steckdosen einer Wohnung, ein LS-Automat immer nur den einen Kreis, den er trägt.
- In älteren Verteilern findet sich häufig nur ein einzelner FI für mehrere oder sogar alle Kreise zusammen; in neueren Verteilern ist eine feinere Aufteilung mit mehreren FI üblich, damit nicht gleich die ganze Wohnung dunkel wird, wenn nur ein Kreis betroffen ist.

Von außen ist einem geschlossenen Verteiler nicht anzusehen, ob überhaupt ein FI-Schalter verbaut ist — das zeigt sich erst beim Blick ins Innere oder anhand des Baujahrs der Installation.
Altbau-Verteiler ohne FI vs. moderne Platten-Verteiler
In Dresdens gründerzeitlichen Vierteln — etwa Neustadt, Pieschen, Cotta, Plauen, Striesen oder der Altstadt — steht in vielen Wohnungen noch ein Verteiler aus der Zeit vor der allgemeinen FI-Pflicht: ausschließlich einzelne LS-Automaten, kein einziger FI-Schalter. Das war beim Bau nicht falsch, nur nach heutigem Maßstab überholt.
In den Plattenbaugebieten wie Prohlis, Gorbitz, Leuben oder den Neubauabschnitten von Klotzsche liegt der Fall meist anders: Dort läuft die Steigleitung durchgehend durchs Haus, mit einem eigenen Wohnungsverteiler pro Einheit. Wurde dieser im Zuge einer Sanierung erneuert, gehört ein FI-Schalter heute in der Regel zur Grundausstattung — allerdings abhängig davon, wann genau der jeweilige Wohnungsstrang saniert wurde, nicht automatisch bei jeder Wohnung im selben Haus.
Für Sie heißt das: Das Baujahr Ihres Hauses gibt einen ersten Hinweis, sagt aber nichts Sicheres über den Zustand Ihres eigenen Verteilers. Erst der Blick in den Kasten selbst — oder eine kurze Schilderung am Telefon — klärt, ob und wo bei Ihnen FI-Schutz vorhanden ist. Als Mieter ist das oft schwerer einzuschätzen als als Eigentümer, weil der Verteiler meist im Treppenhaus oder Keller hängt und selten näher angesehen wird — ein Grund mehr, die Frage einmal aktiv zu klären statt sie zu vermuten.
Was Sie selbst tun können — und was nicht
Einen ausgelösten LS-Automaten oder FI-Schalter dürfen Sie selbst wieder einschalten, wenn Sie sicher wissen, welches Gerät den Fehler verursacht hat, und dieses vorher vom Netz getrennt haben. Löst er sofort wieder aus, liegt weiterhin ein Fehler im Kreis vor — dann nicht mehrfach nachschalten.
Was Sie nicht selbst übernehmen sollten: einen fehlenden FI nachrüsten, einen LS-Automaten tauschen oder sonst etwas am Verteiler verändern. Arbeit an der Verteilung ist nach NAV §13 der Elektrofachkraft vorbehalten — unabhängig davon, wie alt oder neu der Verteiler ist.
Ob Ihr Verteiler überhaupt einen FI-Schalter hat und ob eine FI-Nachrüstung für Ihre Wohnung sinnvoll ist, klärt sich am einfachsten am Telefon — kostenlos und unverbindlich.
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