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Ratgeber · Überspannungsschutz

Nach dem Gewitter: was ein Überspannungsschutz leistet

Nach einem Gewitter über dem Elbtal sind bei vielen Haushalten plötzlich Router, Ladegerät oder Fernseher defekt — die Ursache liegt oft nicht am Gerät selbst, sondern an einer Überspannung, die über die Leitung ins Haus gelangt ist.

Ein Blitz muss das eigene Haus nicht treffen, damit am nächsten Morgen der Router tot ist. Schon eine Überspannung, die über die Stromleitung ins Haus wandert, genügt, um empfindliche Elektronik zu beschädigen.

Dieser Beitrag erklärt, wie eine solche Überspannung nach einem Gewitter überhaupt entsteht, was ein Überspannungsschutz (SPD) im Verteiler dagegen unternimmt und seit wann er bei bestimmten Elektroinstallationen sogar vorgeschrieben ist.

Kurz gesagt

Nach einem Gewitter beschädigte Elektronik ist meist die Folge einer Überspannung, die über die Stromleitung ins Haus gelangt ist — ein direkter Blitzeinschlag ist dafür nicht nötig. Ein Überspannungsschutz (SPD) auf der Hutschiene im Verteiler fängt solche Spannungsspitzen ab, bevor sie die angeschlossenen Geräte erreichen. Bei neuen Elektroinstallationen und bei wesentlichen Erweiterungen ist er seit dem 15. Dezember 2018 sogar vorgeschrieben.

Überspannungsschutz-Module (SPD) im Verteiler eingebaut

Warum nach einem Gewitter überhaupt Elektronik kaputtgeht

Ein direkter Blitzeinschlag ins eigene Haus ist selten. Viel häufiger schlägt der Blitz in der Nähe ein — in eine Freileitung, einen Baum oder ein anderes Gebäude im Viertel. Die dabei freigesetzte Energie breitet sich über die Stromleitung als kurzer, extrem hoher Spannungsimpuls aus und wandert von dort in jedes angeschlossene Haus.

Dieser Impuls dauert oft nur einen Sekundenbruchteil, reicht aber aus, um die empfindlichen Bauteile in Netzteilen, Routern, Ladegeräten oder Smart-Home-Technik zu zerstören. Auch ohne Gewitter entstehen im Netz kleinere Schaltüberspannungen, etwa wenn größere Verbraucher im Versorgungsgebiet ein- oder ausgeschaltet werden — ein Gewitter erzeugt jedoch mit Abstand die größten Spannungsspitzen.

Was ein Überspannungsschutz im Verteiler abfängt

Ein Überspannungsschutz, in der Fachsprache SPD (Surge Protective Device), sitzt auf der Hutschiene im Verteiler und ist zwischen den Leitern und der Erdung angeschlossen. Läuft ein Spannungsimpuls über die Leitung ein, leitet das SPD die überschüssige Energie kontrolliert Richtung Erdung ab — bevor sie die Sammelschiene und damit jede einzelne Steckdose im Haus erreicht.

  • Typ 1 — Blitzstrom-Ableiter, fängt die Energie eines direkten oder nahen Blitzeinschlags an der Gebäudeeinspeisung ab.
  • Typ 2 — Überspannungs-Ableiter im Verteiler, der Regelfall in Wohngebäuden ohne eigenen äußeren Blitzschutz.
  • Typ 3 — Feinschutz nah am Endgerät, ergänzt Typ 1 und 2, ersetzt sie aber nicht.

Eine einzelne Steckdosenleiste mit eingebautem Überspannungsschutz wirkt dagegen nur lokal: Sie schützt lediglich das Gerät, das gerade in dieser Leiste steckt — nicht die Verkabelung und die übrigen Stromkreise im restlichen Haus.

Ein SPD ist zudem ein Verschleißteil: Nach einem sehr kräftigen Impuls, etwa einem nahen Blitzeinschlag, kann ein Modul seine Schutzwirkung ganz oder teilweise verlieren, ohne dass Sie das von außen sehen. Viele Module zeigen den Zustand über eine kleine Anzeige am Gerät an — im Zweifel gehört ein Blick darauf zu einer ohnehin fälligen Elektroprüfung dazu.

Pflicht seit dem 15. Dezember 2018

Seit dem 15. Dezember 2018 schreibt die Norm DIN VDE 0100-534 den Einbau eines Überspannungsschutzes bei neuen Elektroinstallationen und bei wesentlichen Erweiterungen einer bestehenden Anlage vor — etwa, wenn im Zuge einer Sanierung der gesamte Verteiler erneuert wird. Für ältere, bereits bestehende Anlagen gilt keine Nachrüstpflicht. Empfohlen ist die Nachrüstung trotzdem, gerade weil viele Altbau-Verteiler noch ganz ohne diesen Schutz auskommen.

Wer ohnehin einen neuen Zählerschrank plant oder eine Wallbox nachrüsten lässt, sollte den Überspannungsschutz direkt mitdenken: Beide Vorhaben zählen häufig als wesentliche Erweiterung der Elektroinstallation, bei der die Pflicht ohnehin greift.

Wenn im Sommer die Gewitter übers Elbtal ziehen

Dresden liegt zu großen Teilen im Elbtalkessel, eingerahmt vom Osterzgebirge, der Lausitzer Granitplatte und den Ausläufern des Elbsandsteingebirges. Wie in weiten Teilen Sachsens sind es vor allem die Sommermonate, in denen Gewitter über der Region am häufigsten auftreten. Ein ruhigerer Zeitpunkt außerhalb der Gewittersaison eignet sich deshalb gut, um den eigenen Verteiler in Ruhe auf einen bestehenden Überspannungsschutz hin prüfen zu lassen, statt erst nach dem nächsten Ausfall zu reagieren.

Was Sie selbst tun können — und was nicht

Vor einem angekündigten Gewitter können Sie empfindliche Einzelgeräte wie Fernseher, Computer oder Ladegeräte selbst vom Netz trennen — das schützt zumindest dieses eine Gerät zuverlässig. Eine hochwertige Mehrfachsteckdose mit eingebautem Überspannungsschutz kann diesen punktuellen Schutz ergänzen.

Der Einbau eines Überspannungsschutzes im Verteiler gehört dagegen nicht in Laienhand. Das SPD wird direkt an der Sammelschiene angeschlossen und braucht eine korrekt dimensionierte Verbindung zur Erdung — Arbeit an der Elektroinstallation, die nach NAV §13 ausschließlich einer Elektrofachkraft vorbehalten ist.

Waren beim letzten Gewitter mehrere Geräte betroffen, oder wissen Sie nicht, ob in Ihrem Verteiler bereits ein Überspannungsschutz verbaut ist? Wir klären das am Telefon — kostenlos und unverbindlich — und übernehmen bei Bedarf den Einbau eines Überspannungsschutzes.

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